Köhler ist ein inzwischen in Deutschland nahezu ausgestorbener Beruf, dessen Aufgabe es ist Holzkohle aus Holz herzustellen. Diese Herstellung geschah früher durch die sogenannte Meilerverkohlung: Hierbei wurden Holzscheite in kegelförmigen Haufen (Meiler) um Pfähle gesetzt, ein mit Reisig gefüllter Feuerschacht angelegt und eine luftdichte Decke aus Gras, Moos und Erde geschaffen. Über dem Feuerschacht wurde der Meiler entzündet, sodass bei sehr hohen Temperaturen der Verkohlungsprozess, welcher zwischen einer und mehreren Wochen dauerte, einsetzte.

Der Köhler musste während des gesamten Prozesses darauf achten, den Meiler weder erlöschen noch in hellen Flammen aufgehen zu lassen. Köhler führten wegen dieser ständigen Pflicht, den Meiler auf der richtigen Temperatur zu halten, ein karges, einsames Leben. Sie lebten meist in der Abgeschiedenheit dunkler Wälder und mussten Tag und Nacht wachsam sein. Es wird berichtet, das Köhlerdasein war durch Brandnarben, Schlafmangel und daraus resultierenden Angstzuständen gekennzeichnet.

Aufgrund des früheren Glaubens an Hexen äußerten sich diese Angstzustände einiger Köhler sicherlich auch darin, dass sie, ihrer Psyche unterworfen, Hexen vor sich sahen und das nächtliche Knistern des Waldes als das Tun der Hexen interpretierten.

Diesen geschichtlichen Hintergrund aufgegriffen, war auch das Häs der Köhlerhexen schnell entworfen: Schwarze Gewänder, welche die Farbe der Kohle aufgreifen, sowie rote Schürzen und Kopftücher, welche die Farbe des Feuers und der Glut widerspiegeln. Gekrönt wird dies durch eine grimmige Maske, welche eine, für Hexen typische, krumme Nase aufzeigt.

 

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